ImageImage

14. Mittelalterstadtfest in Bad Langensalza
am 27. und 28. August 2005

Machet Euch auf den Weg in die Stadt an der Salza, denn dort wird am 27. und 28. des Erntemonats August Anno 2005 wieder zum Mittelalterstadtfest geladen. Lasset Euch ein auf ein Spectaculum, bei dem sich der nahezu geschlossene erhaltene Altstadtkern mit den Marktplätzen rund um das Rathaus für 2 Tage in einen mittelalterlichen Markt mit mehr als hundert Handwerkern dero verschiedenster Gewerke verwandelt.


Das Fest beginnt am Samstage, um die zweite Stund nach Mittag mit dem Aufzug der Fuhrleute, wenn sich deren bunt geschmückten Wagen mit den Produkten reicher Ernte zum Haus des Hohen Rates in Bewegung setzen. Begleitet auf ihrem Weg durch die Straßen und Gassen werden die ehrbaren Fuhrleute vom Geleitzug der Fahnenschwenker, von lautstarken Musikanten, Gauklern und Spielleuten. Am Rathaus wird der Fahnenjunker den Bürger-meister Salzahas und den Herold des Festes, Radolf zu Duringen bitten, sich ihnen anzuschließen, um die guten Waren der Fuhrleute und die Stände der Handwerker zu begutachten und das Fest zu Ehren des Aufzuges auf dem Schlosshof zu eröffnen. Dort schlagen sie ihr Lager auf, genießen Musik und Tanz, Völlerei und Zecherei, bevor sie mit dem Geleitbrief des Hohen Rates am Abend des Sonntages aus der Stadt hinaus ziehen.Doch vorher erleben wir Gaukler, Vaganten und Spielleute dero vieler, die uns auf das gar Trefflichste unterhalten.

Aufzug der Fuhrleute
Aufzug
der Fuhrleute

Damit rund um die Uhr mittelalterliche Klänge den Markt beleben, spielen die Musikanten „Triskilian“, „Laut’n Hals“ und „Spellbound“ auf ihren Instrumenten und Ernesto, der Spielmann aus Wien, spielt auf seiner Harfe. Nicht zu überhören sind die gewaltigen Töne der Musikanten um „Furunkulus Bladilo“ und „Blendwerk“ mit ihren Sackpfeifen und Trommeln.Die Spielleute mit dem Namen „Gaudiorum circulus“ tanzen dazu ihre, mittelalterlichen Weisen und laden alle Tanzliebhaber ein, es ihnen nachzutun und die Schrittfolgen der Unterhaltungstänze der Bauern und Handwerker und die Schreittänze des Adels zu erlernen. Die Gaukler „Forzarello“ und „Rebasius Funkenflug“ sorgen mir ihren Streichen und Späßen für lachende Besucher. Ob Marionettentheater, Handpuppen oder Stelzenlauf in den verschiedensten Verkleidungen, ja selbst mit Flammentanz und Fakirzauber wissen die Spielleute vom Figurentheater „Nigro Fasciatum“ zu verzaubern. Der „Meister Klingsor“ läßt in des Volkes Mitten so manches Augen staunen über seiner Zauberkraft. Das Seiltanztheater „Die Luftgaukler“ läßt die Geschichte vom „Töpel und der Tänzerin“ auf dem Seil spielen und lädt alle kleinen Besucher ein, es auf dem Kinderseil selbst zu probieren.

Feuerdrache
Feuerdrache

Besonders für unsere Mägdelein und Knäblein sind Märchenspiel und Bogenschießen, die historische Kinderspielaktion und die Feuerspuckschule gedacht. Nicht genug  der schönen Dinge werden Gesichtsmalerinnen farbenfrohe und phantasievolle Ornamente und Motive auf die kleinen Wangen und Nasen zeichnen. Gar wild geht es zu mit der erschröcklich daherkommenden Hexe „Chibraxa“, die ihre Zauberkräfte wohl einzusetzen weis, es aber auch versteht zu tanzen und mit dem Feuer zu spielen. Als Höhepunkt des diesjährigen Festes erleben wir ein Ritterturnier zu Pferde, bei dem die edlen Reiter „Die Freidigen“ im Ringstechen ihren Mut beweisen. Geht es einmal nicht so aufregend zu, sitzen sie in ihrer Lager Mitten bei ihren Zelten an der Feuerstelle, um sich etwas zu köcheln oder an anderen Dingen zu werkeln. Auch Stadtwachen und der Henker achten auf Sitt und Ordnung auf dem Markt und verstehen, diese mit all’ ihren Mitteln durchzusetzen. Wenn die Nacht hereinbricht rücken lodernde Feuerzungen, aufsteigende Rauchschwaden, geheimnisvolle Gestalten und erotische Tänzerinnen der Feuershow „Las Fuegas“ die Plätze Salzahas in ein mystisches Licht. Die Feuershow mit feuerspuckenden – und – schluckenden Dämonen, wirbelndem Feuerstock und Scherbentanz lassen den Abend des erst-en Festtages zu einem unvergesslichen Erlebnis werden.

Händler und Gaukler
Händler und Gaukler

Doch was wäre ein mittelalterlicher Markt ohne die fleißigen Handwerker und Händler, die dero große Zahl an verschiedenen Gewerken auf dem Markte vorführen und ihre Waren feil bieten würden? Filzerin, Weberin und Färberin bearbeiten feines Garn, dass die Schneiderin zu ihren schönsten Gewändern verarbeiten kann. Das Wappenzelt vermittelt Einblicke in die Entstehung handgemalter Wappen und Schriftrollen. Der Blumenbinder, der Sattler, der Lederer und der Sarwürker bieten mittelalterlich gewandet ihre Ware lautstark zum Kaufe feil. Das Auge kann vor Ort schauen, wie der Töpfer seine Becher auf der Töpferscheibe dreht, der Schmied das Feuer lodern lässt, der Bierbrauer vor aller Augen Bier braut, der Blaudrucker seine Stoffe färbt, der Hutmacher seine Hüte formt, der Goldschmied feine Ketten ziseliert, der Gewürzkrämer erlesene Kräuter und Tees gegen jedes Zipperlein mischt, der Holzschnitzer sein Holz bearbeitet und der Korbmacher seine Körbe flechtet. Der Reepschlaeger zeigt, wie das Seil aus Hanf entsteht, der Steinmetz bearbeitet das Travertin, der Maler gestaltet interessante Bilder – ja sogar das eigene Anlitz kann auf Papier gebracht werden. Während man beim Instrumentenbauer den verschiedensten Klängen lauschen kann, ist der Falkner des Königs auf dem Markt unterwegs. Wundarzt Chirurgus Ulricus Ulcus heilt manch langes Leiden durch Aderlass, Klistier, Zahn- und Wurzelbruch oder andere Behandlungen. Der Wasserträger schleppt schwere Eimer voll kostbaren Nass durch die Gassen, und der Fegsandhändler versucht feinen Sand, Kernseife und Soda an die reinliche Magd zu verkaufen. Am Abend des ersten Tages wird ein Gelehrter Hilfsmittelchen zur Kontrazeption und Tinkturen zur Steigerung der Vitalität anpreisen.

Schlangentanz
Schlangentanz

Vielgestaltige interessante Dinge sind zu erwerben, wie Öle und Säfte, Räucherwerk, Natursteine, Honig und selbstgezogene Kerzen, selbstgemachte Marmeladen und Weine, Ritter- und Holzspielzeug für unsere Kleinen. Der Bogenschütze, der Holzschnitzer und die Puppenmacherin lassen sich bei ihrer Handwerkskunst über die Schulter schauen. Verführerische Düfte liegen in der Luft, mit denen man sich schmücken kann. Damit dero wohl sich auf des Menschen Haut so richtig entfalten können, kann er sich vorher in hölzernen Badezuber schrubben, seinen Körper in heißem Wasser laben und danach die Muskeln so richtig kneten lassen. Hat der Leib derart Labsal erfahren, kann danach der Geist bei der Seherin in die Zukunft schweifen.
 

Speis und Trank
Speis und Trank


 

Doch auch die Düfte, die den Magen locken, schweben durch die Luft: da dampft die Suppe im Kessel, das Ferkel dreht sich am Spieß, Wurst und Braten bruzeln auf dem Rost, Fettbemmen werden geschmiert, Geschnetzeltes und Geschmortes im Krautwickel oder im Fladenbrot – an alle Geschmäcker wurde gedacht. Und wer es lieber süß mag, dem werden vielerlei Blechkuchen, Brezeln und Krapfen gebacken. Bei all’ der Völlerei wird der Durst mit süffig Met, reichlich Saft, Bier und Heilwasser in eigens dafür gedrehten Tonbechern auf das Trefflichste gelöscht.

Seid ihr neugierig geworden, so greift zum Sprechbalken und lasst Euch unter der Nummer: 03603 / 892791 von den Weibsleuten Schnell und Zacher Genaueres vom Spectaculum berichten.

 

Grußwort des Bürgermeisters

Bürgermeister
Bernhard Schönau

 

Kommet herbei und staunet, holde Mägde, feine Edelfrauen und
wackere Mannsbilder! Machet Euch auf den Weg in die Stadt an der Salza, denn dort wird am 27. und 28. des Erntemonats August Anno 2005 zum 14. Mittelalterstadtfest geladen.

Hier begibt sich die gesamte Innenstadt mit 5 Marktplätzen und ihren Gassen auf eine Zeitreise ins Mittelalter. Alles Neuzeitliche wird für zwei Tage aus der Stadt verbannt, und nahezu 500 Gewandete beleben die Straßen und Plätze.
Am Samstage, um die zweite Stund nach Mittag beginnt das Spectaculum mit dem Aufzug der Fuhrleute, wenn deren bunt geschmückten Wagen mit den Produkten reicher Ernte durch die Stadt ziehen. Gemeinsam mit dem Herold und den Herren des Hohen Rates wird der Fahnenjunker auf dem Schloßhof das Fest eröffnen.
Seiet gespannt auf zwei Tage, in denen die mehr als hundert Handwerker dero verschiedenster Gewerke ihr Handwerk verstehen und vor aller Augen vorzuführen wissen.

Damit auf den fünf Bühnenstädten von früh bis spät für Kurzweyl gesorgt ist, spielen die Musikanten zum Tanz auf und Gaukler, Narren, Tänzerinnen, Stelzenläufer, Magier, Seiltänzer, Komödianten und eine gar erschröckliche Hexe sind zu erleben.
Besonders für unsere Mägdelein und Knäblein sind Märchenspiel und Bogenschießen, die historische Kinderspielaktion und das Kinderseil gedacht.
Überzeugt Euch selbst beim Lesen dieses Programmes hier, was Ihr zu unserem Feste alles erleben könnt und nicht verpassen solltet.

Als Höhepunkt des diesjährigen Spectaculums sei Euch auf dem Töpfermarkt das große Ritterturnier zu Pferde empfohlen, bei dem die edlen Reiter „Die Freidigen“ im Ringstechen ihren Mut beweisen. Geht es einmal nicht so aufregend zu, sitzen sie in ihrer Lager Mitten bei ihren Zelten an der Feuerstelle, um sich etwas zu köcheln oder an anderen Dingen zu werkeln.

Doch auch an das leibliche Wohl ist auf das Trefflichste gedacht: da dampft die Suppe im Kessel und das Ferkel dreht sich am Spieß, die Blechkuchen und Krapfen duften, und der Durst kann mit süffig Met, reichlich Saft, Bier und Heilwasser gelöscht werden.

Am Abend des ersten Tages lockt das Abschlußspektakel mit großem Feuertheater auf den Neumarkt und die gewaltigen Klänge der Musikanten auf den Schloßhof.

In Erwartung dieses einzigartigen Festes heiße ich Euch, Ihr edlen Damen und Herren, auf das herzlichste Willkommen.

 

Eintrittspreise

 

Eintrittspreis Erwachsene:    5 Euro
Eintrittspreis ermäßigt:         3 Euro

        
        •    Kinder unter Schwertesgröße haben freien Eintritt.
        •    Mittelalterlich gewandete Besucher haben freien Eintritt.
        •    Der Erwerb der Eintrittskarte am Samstag berechtigt auch zum Eintritt am Sonntag.

 

Akteure

 

Zu den wichtigsten Akteuren und Attraktionen des Bad Langensalzaer Mittelalterstadtfests gehören:

  • Herold Radolf zu Duringen
  • Ritterkämpfe und Ritterturnier zu Pferde mit Die Freidigen
  • Musik mit Spellbound, Blendwerk, Triskilian, Furunkulus Bladilo und Laut’n Hals
  • Stelzenlauf und Puppenspiel mit Nigro Fasciatum
  • Seiltanztheater Die Luftgaukler
  • Gauklergruppe Forzarello
  • mittelalterliche Magie mit Meister Klingsor
  • Hexe Chibraxa
  • Tänze und Feuershow mit Las Fuegas
  • Gaukelei mit Rebasius Funkenflug
  • Tänze und Musik mit gaudiorum circulus
  • Kinderspielaktion  mit dem Spieltheater 3K e.V.
  • Theaterspiel mit der Familienkommunität "Siloah" aus Neufrankenroda und der Jesus-Haus-Gemeinde Bad Langensalza
  • Lustiges Kinderschminken
  • Bogenschießen für Kinder
  • Wundarzt Chirurgus Ulricus Ulcus
  • Ernesto, der Spielmann aus Wien

Mittelalterspektakel zu Salzaha (Wie es war)

Wie vor hunderten von Jahren ging es am Wochenende in Bad Langensalza zu. Zwischen Schlosshof, Rathaus und Töpfermarkt wimmelte es nur so von Gauklern, Spielleuten, Händlern und viel gemeinem Volk, oft in historischem Habit. Mittelalterstadtfest war angesagt.

BAD LANGENSALZA. Mit dem Einzug der Fuhrleute nahm das Spektakel traditionell seinen Auftakt. Wie im Mittelalter zog eine bunte Karawane von Fuhrwerken durch die Altstadt. Von Acker- und Planwagen bis zum Eselskarren. Beladen zwar nicht mehr, mit Waid, sondern mit Weizen, Gerste, Dinkel, Salz, Kräutern. Spielleute ließen im Zug Flöten, Dudelsack, Trommeln erklingen. Gaukler trieben allerlei Hallodri. Mit dabei - Vertreter der Stände, aber auch Ratsherren und -frauen. Sie wollten mit den Fuhrleuten feiern, bevor die mit ihren Wagen in alle Himmelsrichtungen zogen. Auf dem Schlosshof erwartete eine Menge Schaulustiger den Zug, angeführt vom Herold Radolf zu Duringen. "Wir sind angekommen, edle Damen und Herren, ihr habt unsere Fuhrwerke gesehen", neigte sich Jonas Urbach im blauen Fuhrmannskittel vor Bürgermeister Bernhard Schönau. Der begrüßte nicht nur den Hochmeister Hermann von Salza, unter der Kettenhaube war Dieter Deubner zu erkennen. Auch ein Streit war zu schlichten. Weil das Edelfräulein zu Zimmern die Heirat verweigerte, wurde sie als Preis beim Turnier ausgesetzt. Er lud zum Schmaus und an die Stände der Handwerker. "Geizt nicht mit euren Talern!" Keine Handbreit Platz war zwischen Schlosshof, Rathaus und Marktkirche, so drängte sich die Menge zwischen den Ständen der mehr als hundert Handwerker. Da wurde getöpfert, Leder bearbeitet, geschmiedet. Man schaute Drechslern, Schnitzern, Steinmetzen auf die Finger, sah Reepschläger, Bierbrauer, Kupferstecher. Mittelalterliches war zu verkosten, vom Spanferkel übers Fettbrot bis zum Met. Und man amüsierte sich mit Gauklern, Seiltänzern, Spielleuten, Komödianten auf fünf Bühnen. Als Landgraf Friedrich, der "Freidige", mit seinen Mannen auf den Turnierplatz des Töpfermarkts zu Salzaha ritt, war kein Platz mehr auf der Tribüne zu haben, ringsum stand das Volk zu Reihen. Es ging ins hohe Gestech, Mann gegen Mann. Pferde galoppierten, Sand spritzte, Turnierlanzen krachten auf Schilde und brachen. Die Menge kommentierte das Geschehen mit Applaus, Getrampel, Buh-Rufen. Am Ende gewann der Landgraf die Hand der schönen Adelheid. "Für die Küche wird die wohl gut sein", übergab er sie seinem Knappen. Monika ZOLLVER