Aus der Chronik von Aschara

   

Aschara wird bereits unter Karl dem Großen als "Grenzort des Gothaischen Dingstuhls" erwähnt in:

775/786 = Nachweis Brev.s.Lulli = Ein Hersfelder Güterverzeichnis aus dem 9. Jahrhundert.

932, am 1. Juni vertauschte Heinrich I. Aschara neben anderen Orten gegen Besitzungen an den Abt des Klosters Hersfeld, belegt = MGH DH I 32 = Die Urkunde der deutschen Könige und Kaiser I. Band.

 

Den Namen Aschara gibt es wahrscheinlich europaweit nur einmal. Im arabischen heiß Aschara 10.

 

1104 gehörte Aschara zum Kloster St.Peter zu Erfurt.

 

1410 kam Aschara von den Herren von Salza an die Herren von Gleichen.

 

1634 an Christian Schenken, Freiherr zu Tauenburg und Frauenpriesnitz.

 

1677 durch Kaufvertrag an Herzog Friedrich I. von Sachsen- Gotha und Altenburg.

 

Seit der Zeit Karl des Großen war Getreide-, Hülsenfrucht- und Waidanbau üblich.

 

1288 bekam Aschara seinen eigenen Pfarrer (Pleban). Zu dieser Zeit stand auf den heutigen Kirchberg eine kleine Kapelle, im 18. Jahrhundert waren noch Ruinen sichtbar, 1790 wird von dort noch eine große schattenspendende Lind erwähnt.

 

1700, am 13.April, war ein großer Brand in Aschara, es verbrannten neben 9 Häusern, dem Backhaus und dem Pfarrhaus auch alle vorhandenen Kirchenbücher und Aufzeichnungen des Ortes.

 

1750 wurde die jetzige St.-Petri-Kirche geweiht, zuvor stand an gleicher Stelle eine 500 Jahre alte Kirche die 1749 abgerissen wurde. Von beiden Kirchbauten läutete die "Aschara-Glocke"- heute ist sie im Glockenmuseum Apolda als älteste Glocke Thüringens zu bestaunen, sie hat eine Bienenkorb-Form und ist wahrscheinlich die älteste Glocke Mitteldeutschlands.

 

1819 verbrannten 26 Häuser nebst Wirtschaftsgebäuden unter ihnen wiederum das Pfarrhaus und die Schenke. 1819 kam zum Brandunglück noch Unwetter, es verhagelte die gesamte Ernte und im Oktober zogen Truppen der Franzosen plündernd durch Aschara!

 

1839 wurde mit der Befestigung der Hauptstraße begonnen. Im laufe dieser Arbeiten wurden nach und nach die beiden Tore des Ortes beseitigt.

 

1848 Bau der Windmühle.

 

1850 wandern die Brüder Christian und Theodor Lorenz nach Amerika aus, ebenso Friedrich Baumbach und seine Schwester Susanne Marie Henriette.

 

1859 wandern Nicolaus Lorenz mit 2 Kindern nach Amerika aus.

 

1864, am 24.Juli, Einweihung der Schule am Weg nach Eckardtsleben.

 

1866 Separation durchgeführt (Flurbereinigung)

 

1869/69 wurden im Ort die Arbeiten an der Bahnlinie Gotha-Leinefelde durchgeführt, eine große Zahl ausländischer Arbeiter, vorwiegend Italiener - hatten im Ort Quartier genommen.

 

1892, am 1.Oktober wurde die Haltestelle Eckardtsleben eröffnet.

 

1902 brannte das Gemeindehaus ab. Zwei Kinder wurden Opfer der Flammen.

 

1908 wurden durch zwei Gewitter im Juli große Teile der Ernte vernichtet, Hagel zerschlug das Getreide, das Unterdorf wurde überschwemmt. Im Ort wurde eine Molkerei gebaut.

 

1914/18 und1939/45, der erste und zweite Weltkrieg forderte auch in Aschara große Opfer.

 

1914 Elektrifizierung des Ortes.

 

1918 warf eine Windhose die Windmühle um, zerstörte die zwei Scheunen und 60 Bäume.

 

1920 die Straßenbeleuchtung wurde in Betreib genommen.

 

1934-35 Bau der Hauptstraße, Legen der Kanalisation sowie Errichtung eines Fußweges zu beiden Seiten der Straße.

 

1950, ein großes Fest im Dorf war die 200-Jahrfeier der Kirche am 9. Juli , der Landesbischof Dr. Moritz Mitzenheim hatte kaum selber Platz in der Kirche, so viele Besucher waren darin.

 

1953 Gründung der LPG.

 

1953-1965 baut die LPG mehrere Gebäude im Westen des Ortes an der Wiegleber Straße, u.a. wird eine Gärtnerei errichtet.

 

1961/62, Bau einer Wasserleitung im Oberdorf bis zur Kirche.

 

1965 wurde der Kirchturm repariert, vom damaligen Pfarrer Horst Brehmer und dem Schulleiter Erwin Wollenhaupt wurden die Aufzeichnungen für den Turmkopf zusammengestellt und in einer Gemeindeversammlung im Gasthaus zum Anker vorgestellt. Die Wetterfahne und auch die Kugel wurde vom ansässigen Schlossermeister Willy Artes angefertigt.

 

1971 Aufstellen eines Wasserturms.

 

1976 Die LPG baut ein schönes Verwaltungs- u. Sozialgebäude.

 

1977/78/80 große Kooperationsfeste wozu auch das Verwaltungs- und Sozialgebäude der LPG genutzt wurde. Diese Feste hatten großen Zuspruch, die Gäste kamen aus Gotha, Bad Langensalza und den umliegenden Dörfern. Die Hochseilgruppe "Die Weisheits" aus Gotha waren sicher die berühmtesten Künstler-Akrobaten und traten zweimal täglich auf. Ansonsten war bis zu den "Kap-Festen" die "Kirmes" das wichtigste Dorffest gewesen. Bis zum 2. Weltkrieg wurde an 3 Tagen gefeiert später dann nur an 2 Tagen.

 

 

1983 bekam Aschara eine neue Schule.

 

1988, am 17. Dezember fand in einer Feierstunde die Einweihung des neuen Gasthauses "Zur Wiese" statt. 

 

1990, am 1. Juli kommt das Westgeld in unsere Geldbörse, unsere "Ost-Mark" verschwindet.

Auf einen Schein klicken um ihn in groß zu sehen !

 

1990, die LPG wurde in eine Agrargenossenschaft umgewandelt. Die Handwerker machten sich selbstständig: Elektriker, Baubetriebe, Recycling, Schlosser, Steinmetz, Fliesenleger.Auch auf dem ehemaligen LPG-Gelände sind Firmen ansässig. Das ehem. Verwaltungs- und Sozialgebäude der LPG wird zum Aussiedlerheim.

 

1991, der Heimatchor von Aschara wurde gegründet.

 

Ascharas Flohbrunnen an der Hauptstraße1992 wurde der jetzige Kindergarten eingeweiht, es ist das Haus zum Flohbrunnen. Der Flohbrunnen  ist ein Wahrzeichen Ascharas, er wird vom Überlauf des Brunnens im Gehöft Wolf gespeist und ist noch nie versiegt. Früher nahm man das Wasser zum Bierbrauen. Die jetzige Gestalt hat der Brunnen seit 1878.

 

1994, am 01.01 wird Aschara eingemeindet und gehört nun zur Stadt Bad Langensalza.

 

1995, im September fand das erste Gewerbefest in Aschara statt.

2000, am 31.Januar fällt der Wasserturm.

 

2000, im Januar wurde der Heimatverein "Zum Weißbach" gegründet.

 

2001, am 2. Oktober wird mit einer kleinen Feier, welche vom Heimatchor kulturell Umrahmt wurde, die Wiedereröffnung "Der Wiese" als Bürgerhaus gefeiert. Das ehem. Gasthaus haben der Dorfverein, die Feuerwehr und ortsansässige Firmen in unzähligen, unentgeltlichen Stunden in neuen Glanz erstrahlen lassen.

 

2002, am 1. Januar bekommen wir nach 10 Jahren wieder neues Geld, der € - "Euro" ist neues Zahlungsmittel.

 

2011, in einer Festwoche vom 10.05 - 15-05.2011 feiert Aschara sein 1225 jähriges bestehen.  

Mit freundlicher Unterstützung von Anni Götzl und Kurt Richter.

letzte Aktualisierung am: Sunday, 20. March 2011