Unser Kirche in Aschara

Unmittelbar an der Hauptstraße befindet sich die Kirche St.Petri - erbaut im Jahre 1749. Im Innern der Kirche sieht man die 1752 vom Orgelschöpfer Johann Valentin Nößler geschaffene Orgel.

Zella, 1752 18 Register

2 Manuale, mechanische Schleiflade

mechanische Traktur, elektrisches Gebläse

4 übereinander liegende Keilbälge, restauriert

Tonumfang: C-c3, C-c1

Orgelmaße: Höhe 5,50 m, Breite: 2,30 m, Tiefe: 2,30 m

Zustand: beschränkt spielbar

Disposition (die Beschriftung ist in Versalien)

Hauptwerk: Bordun 16 Fuß, Principal 8 Fuß, Grobgedackt 8 Fuß,

Hohlfloete 8 Fuß, Octave 4 Fuß, Kleingedackt 4 Fuß, Quinte 3 Fuß,

Octave 2 Fuß, Mixtur 5 f.

Unterwerk: Liebl. Gedackt 8 Fuß, Quintatoen 8 Fuß, Viola di Gamba

8 Fuß, Principal 4 Fuß, Octave 2 Fuß

Pedal: Subbaß 16 Fuß, Violonbaß 16 Fuß, Octavenbaß 8 Fuß,

Floetenbaß 8 Fuß

Spielhilfen: Manualkoppel, Pedalkoppel, Kalcandenruf

 

 

Anschauen sollte man sich auch die 4 Deckengemälde welche einer dringenden Restaurierung bedürfen. Die Bilder werden durch anklicken vergrößert dargestellt.

 

Am 06.09.2002 wurde die Kugel der Kirche wegen der Restaurierungsarbeiten vom Turm unserer Kirche geholt was zuletzt im Mai 1965 geschah. In der darin liegenden Hülse befanden sich alte Münzen, Zeitungen, Einwohnerlisten und andere Schriftstücke. Hier anschließend gebe ich den Inhalt der alten und der neuen Hülse wieder. Angaben ohne Gewähr !

 

Verzeichnis der alten Turmknopfeinlage

geöffnet am 06.09.2002 in Anwesenheit von:

Inhalt

Erste Einlage vom 27.Mai 1751

Zweite Einlage vom 25.November 1832

Dritte Einlage vom 14.August 1898

Vierte Einlage vom 23.April 1965

Die fünfte Einlage wird in einer zweiten Hülse mit folgenden Inhalt am 22.November 2002 eingebracht

 

Einlage in den Turmknopf zur Renovierung im Jahre 1965 von Herrn Wollenhaupt

 

Es sind 67 Jahre vorüber, seit dem der Turmknopf renoviert wurde. Was hat sich in diesen Jahren ereinet?

 

Voller Neugier verfolgten die Ascharaer die Abnahme der Wetterfahne und des Turmknopfes am 21. April 1965. Im Knopf fanden wir ein kupfernes Kastchen, in dem sich Protokolle und Aufzeichnungen aus den Jahren 1751, 1832 und 1898 sowie Münzen und Medaillen befanden.

 

Wir wollen durch einige Aufzeichnungen den späteren Generationen berichten, was sich seit 1898 zugetragen hat.

 

Der Kirchturm hat eine Reparatur dringend nötig. Er wurde neu mit Schiefer bedeckt. Die Wetterfahne ist neu angefertigt worden. Die Urkunden werden in einer neuen, runden Kassette in den Knopf gegeben. Die Dachdeckerarbeiten führte die Firma Oskar Döll aus Bad Tennstedt aus. Firma Döll gehört zur Dachdeckerproduktionsgenossenschaft. Der Knopf wurde in Bad Langensalza vergoldet. Die Wetterfahne wurde in der Schlosserei Artes in Aschara angefertigt.

 

Es werden zwei Einlagen beigegeben. Diese wurde vom Schulleiter Erwin Wollenhaupt zusammengestellt. Die zweite fertigte Pfarrer Brehmer an. In einer Einwohnerversammlung berieten etwa 90 Einwohner den Inhalt der Einlagen (am 30. April 1965).

 


Das politische Geschehen war sehr abwechselnd. Besonders die beiden Weltkriege 1914 bis 1918 und 1939 bis 1945 müssen erwähnt werden.

 

Der I. Weltkrieg 1914 bis 1918 rief viele junge Männer des Ortes zu den Waffen. Unsagbares Leid brachte der Tod von 16 unter Waffen stehenden Männern.

 

Die Nachkriegszeit brachte für viele Menschen in Deutschland die Arbeitslosigkeit. Die entstandene Wirtschaftskrise wirkte sich durch die Inflation auch sehr stark unter der breiten Bevölkerungsmasse aus. Das Volk verarmte und litt Hunger. Das Geld wurde innerhalb kürzester Frist ungültig. Teilweise war Geld schon wieder verfallen, bevor ein Arbeiter es in Warengüter umsetzen konnte. Die Preise stiegen unaufhörlich. Für Geldscheine. wie sie beigelegt sind, konnte man höchstens den Unterhalt für den Tag beschaffen. Die Gemeindeverwaltung rechnete im Oktober 1925 mit 14stelligen Zahlen.

 

1930 brachten nationalsozialistische Kräfte ihren Führer Hitler an die Macht. Sein Ausspruch: "Gebt mir einige Jahre Zeit und ihr werdet Deutschland nicht wieder erkennen!" traf voll zu, denn 1939 stürzte er Deutschland in den II. Weltkrieg. Dieser Krieg war der furchtbarste Krieg aller Zeiten. Er forderte über 6 Millionen Tote. Aus Aschara starben 44 Männer auf den Schlachtfeldern des Krieges. Am 8. Mai 1945 endete dieser Krieg mit der Niederlage des deutschen Faschismus. Für das deutsche Volk war der 8. Mai 1945 der Tag der Befreiung. Am 8. Mai 1965 gedachten wir anlässlich des 20. Jahrestages der Opfer des Krieges und der festen Freundschaft zur Sowjetunion. Hundert von Einwohnern verfolgten im Fernsehen die große Armeeparade in Berlin.

 

Nach 1945 wurde Deutschland in vier Besatzungszonen von den Amerikanern, Engländern, Franzosen und der Sowjetunion regiert. Aschara gehörte zur sowjetischen Besatzungszone.

 

Reformen, die nach dem Krieg in der sowjetischen Besatzungszone durchgeführt wurden, gaben die Grundlage für den Aufbau eines sozialistischen Landes. Es wurden die Bodenreform, die Industriereform, die Währungsreform und die Schulreform durchgeführt.

 

Die Leizung der Gemeinde wurde in die Hände des Gemeindrates und der Gemeindevertretung gelegt. Der Bürgermeister hat den Vorsitz des Rates.

 

Am 7. Oktober 1949 wurde die Deutsche Demokratische Republik (DDR) gegründet.

 


 

Die  Verwaltung des Ortes

 

Seit 1898 waren in Aschara folgende Bürgermeister im Amt:

 

  1. Heinrich Geelhaar

  2. Gotthold Möller

  3. Otto Schenk

  4. Bertolt Rechtenbach

  5. Udo Ludwig

  6. Kurt Kroneberg

  7. Alfred Mäder

  8. Edmund Steuckert

  9. Hugo Grimm

  10. Max Krebs

  11. Max Schirrmeister

  12. Klaus Iwan

  13. Werner Reichardt, seit 1964 Bürgermeister, ist aus Burgtonna

 

Gemeinderechnungsführer war 1921 bis 1947 Edmund Ritter. Er versah das Amt sorgfältig und korrekt. Deshalb konnte er auch in den verschiedenen politischen Systemen bestehen.

 

Die Gemeindvertretung setzt sich aus 18 Männern und Frauen zusammen. Von diesen bilden den Gemeindrat:

 

  1. Werner Reichardt       -        Bürgermeister

  2. Kurt Galster                -        Ortspolizist

  3. Gustac Linke                -        Arbeiter

  4. Helmut Heß                  -        Angestellter

  5. Joachim Werner           -        Genossenschaftsbauer

 

Politische Parteien und Massenorganisationen gibt es in Aschara:

 

SED      -    Sozialistische Einheitspartei Deutschlands

DBD      -    Demokratische Bauernpartei Deutschlands

DFD      -    Demokratischer Frauenbund Deutschlands

FDJ      -    Freie Deutsche Jugend

JP         -    Junge Pioniere

NF        -    Nationale Front

DTSB    -    Deutscher Turn- und Sportbund (Fußballmannschaft "Traktor Aschara")

 

Die Einwohner

 

Zur Volks- und Berufszählung am 31.12.1964 lebten in Aschara 578 Einwohner, davon waren 282 Männer und 296 Frauen.

 

Im April 1965 lebten in Aschara585 Menschen. Näheres ist aus der beigelegten Einwohnerliste zu ersehen. Seit 1898 wurden in Aschara 584 Kinder geboren. Es starben 402 Einwohner. 253 Paare schlossen die Ehe. Die Liste des Standesamtes liegt bei.

 

In den letzten 20 Jahren siedelten einige Familien nach Westdeutschland über. Nach dem II. Weltkrieg nahm der Ort Bürger aus Ostpreußen und Schlesien auf, die während des Krieges ihre Heimat verlassen mussten (Umsiedler).

 

Die Landwirtschaft

 

Die Landwirtschaft bildet den Schwerpunkt der Wirtschaft des Ortes.

 

1928

wurden bei einer Viehzählung 104 Pferde, 375 Stück Rindvieh, 153 Schafe, 793 Schweine und 129 Ziegen registriert. Nach 1945 wurden einige Betriebe einteignet, da ihre Besitzer strenge Verfechter der Kriegspolitik waren. Den Umsiedlern gab man dieses Land während der Bodenreform.

1953

am 8.Mai legten drei landwirtschaftliche Betriebe ihre Felder zusammen. Sie bildeten mit 27,33 ha eine Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft (LPG). Ihre Gründer waren

Siegfried Scholz, Linda Scholz

Adalbert Thomas, Ella Thomas

Hugo Thomas, Emma Thomas.

1956

waren es bereits 30 Mitglieder mit 164,20 ha Nutzfläche.

Heute hat diese LPG Typ III 112 Mitglieder. Die Genossenschaft verfügt über ein Vermögen von über 2 Millionen Mark (Näheres siehe Anlage 3)

 

Am 1. Juli 1958 wurde eine zweite LPG gegründet, die heute 62 Mitglieder zählt. (Näheres in Anlage 4). In beiden Genossenschaften hat die Nutzung der Maschinen einen großen Aufschwung genommen. Die Erträge wurden gewaltig gesteigert.

 

Die Schule

 

In der Schule am Eckhardtsleber Weg - heute Bahnhofstraße Nr. 4 - wurde seit 1864 Unterricht in einem Raum abgehalten. Die strenge Leitung hatte von 1875 bis 1919 Lehrer Carl August Walther. Er war als Lehrer geachtet und zugleich gefürchtet. Dieses System, dass in einer Klasse unterrichtet wurde, hat man erst etwa 1941 abgeschafft. Der große Klassenraum wurde geteilt.

 

1937 baute man die Schulscheune zu einem Jugendheim der Hitlerjugend um. Nach 1945 wurde dieser Raum in einen Klassenraum und einen Turnraum eingeteilt. Die Klassen waren wie folgt aufgeteilt:

 

  1.     1. bis 4. Schuljahr

  2.     5. bis 6. Schulraum

  3.     7. und 8. Schuljahr.

 

Seit 1959 besuchen die Schüler des 7. und 8. Schuljahres die Schule in Illeben. Sie fahren täglich mit dem Bus. Seit Januar 1965 besteht an unserer Schule ein Schulhort, in dem die Kinder nachmittags betreut werden. Zur Zeit werden an unserer Schule 51 Kinder von 4 Lehrern unterrichtet. Seit 1945 besuchen 226 Schüler die hiesige Schule.

 

Die Lehrer seit 1898 sind nicht genau festzustellen. Bekannt sind folgende:

1875 - 1919    Carl August Walther aus Werningshausen

1919 - 1920    Gräfenstein aus Herbsleben

1920 - 1923    Fritz Jäger aus Zella

1919 - 1935    Paul Tüngerthal aus Siebleben

1923 - 1924    Walter Brückner aus Gößnitz

1935 - 1942    Kurt Tötzel

1942 - 1943    Hunstock

1943 - 1945    Bernhard

Seit 1945 waren viele Lehrer nur kurze Zeit in Aschara tätig. Ihre Namen:

Rohde, Schmidt, Luka, Tüngetal, Hoge, Clarine, Meinecke, Hellmuth, Bohn, Soegl, Charwinski, Siegmund, Ulrich, Zimmermann, Rurainsky.

 

1954 - 1964    Wilhelm Ostertag als Schulleiter aus Ruhla

1959 - 1964 Johanna Heß aus Aschara

1956 - jetzt    Jürgen Kratz aus Bad Langensalza

1960 - 15.6.1965 Monika Kraushaar

1962 - Jetzt    Hannelore Heiduck aus Bad Langensalza

1964 - jetzt    Oshild Wollenhaupt aus Eisenach

1964 - jetzt    Erwin Wollenhaupt aus Behringen als Schulleiter

1965 nur 3 Monate als Vertretung Giesela Jermolinsky aus Bad Langensalza

1965 ab 1.,5. Lucia Baumbach als Hortnerin.

Die Lehrer haben nicht nur die Aufgabe zu lehren und zu erziehen. Sie müssen außerdem noch viele andere Aufgaben im Ort erledigen. Sie unterstehen jedoch dem Kreis-Schulrat in Bad Langensalza. In den letzten Jahren waren mehrere Lehrerinnen tätig.

 

Es ist zu erwähnen, dass seit 1946 die Prügelstrafe abgeschafft ist.

 

Ordnung und Disziplin der Schüler lassen zu wünschen übrig.

 


Verschiedene Nachrichten

 

1. Unwetter

 

1908

Am 27. Juni und 2. Juli gingen zwei schwere Gewitter über Aschara nieder. Das zweite war von Starkem Hagel begleitet. Es zerstörte viel des wachsenden Getreides und führte im Unterdorf zu einer Überschwemmung.

1919

Am 29. April warf eine Windhose die Windmühle um, deckte das Dach der nebenstehenden Scheune ab, warf die Gellhaarsche Scheune um und zerstörte etwa 60 Bäume. Die Windmühle wurde wieder aufgebaut. Bei einer späteren Reparatur wurden die Flügel abgenommen, da keine Mittel zum Erhalt vorhanden waren.

2. Brände

 

1902

brannte das Gemeindhaus ab. Es brannten die Nebengebäude mit nieder. Zwei Kinder wurden Opfer der Flammen.

1913

brannten die Nebengebäude im Grundstück Seeber ab. Es lag Brandstiftung vor.

Im I. Weltkrieg brannte die Scheune Werner nieder.

 

1928

vernichteten die Flammen Stall und Scheune bei Barthelmann.

1962

brannte die Scheune von Karl Haßert nieder. Es lag Kinderbrandstiftung vor.

3. Tödliche Unfälle

 

1960

verunglückte Karl Neu, als er an der Schrotmühle arbeitete.

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ein Traktorist aus Ballstedt verunglückte an einem Traktor.

4. Baumaßnahmen

 

1898

bis jetzt wurden in Aschara 38 neue Häuser gebaut.

1908

Molkerei

1945

Schlosserei von Willi Artes

1952

Schmiede von Udo Baumbach

1934 - 1935

Bau der Hauptstraße, Legen der Kanalisation sowie eines Fußweges zu beiden Seiten der Straße

1935

Beginn des Wohnungsbaus in der Neuen Straße im Norden des Ortes

1914

Elektrifizierung des Ortes

um 1920

Bau der Straßenbeleuchtung

1961

Kindergarten wird für 38 Plätze erweitert

1953 - 1965

die LPG bauen mehrere Gebäude im Westen des Ortes an der Wiegleber Straße, u. a. eine Gärtnerei

1961 - 1962

Bau einer Wasserleitung im Oberdorf bis zur Kirche

5. Sozialwesen

 

1921 - 1957

war Frau Hilde Kallenbach Hebamme. Sie betreute auch die Orte Eckhardtsleben, Wiegleben und Grummbach. Sie gab Hilfe und Unterstützung bei etwa 1.640 Geburten.

1957

wurde eine Gemeindschwesterstation eingerichtet. Nach der Gemeindeschwester Hildegard Vogel ist jetzt Schwester Mararete Weiß tätig.

1963

wurde eine wöchentliche Sprechstunde eines Arztes eingeführt.

Die Dorfbücherei verfügt über etwa 420 Bücher. 90 Leser leihen regelmäßig Bücher aus.

 

Monatlich fahren 26 Einwohner des Ortes nach Gotha ins Theater. Jährlich in den Sommerferien (Juli - August) führt die Schule Ferienspiele durch. Alle Schulkinder nehmen teil, sie wandern, singen, spielen und erholen sich somit.

 

1920

wurde ein Sportverein gegründet, der vorwiegend Fußball spielte. Zur Zeit besteht noch eine Fußballmannschaft. Seit 1963 besteht ein Sportplatz auf dem Weinberg.

6. Der Lebensstandard

 

Ist als gut zu bezeichnen. Besonders durch die schnelle Entwicklung der Industrie fanden viele Ascharaer Arbeit in Gotha und Bad Langensalza. Drei Konsumverkaufsstellen versorgen die Bürger mit Lebensmitteln und Gebrauchsgütern. Eine Gaststätte besteht im Ort. Es ist die Gaststätte "Zum Anker" an der Ecke Hauptstraße - Bahnhofstraße. Wirt ist Heinz Hornschuh.

Die Bäckerei in der Unteren Schwemme wird von Heinz Möller geführt. 1964 hat die Gemeinde eine Müllabfuhr eingerichtet. Das Dienstleistungskombinat Bad Langensalza holt regelmäßig Wäsche zum Waschen, Schuhe und elektrische Geräte zu Reparaturen ab.

 

Der hohe Stand des Lebens zeigt sich an den zahlreichen technischen Geräten im Haushalt und den Fahrzeugen, die im Ort gehalten werden. Im Oktober 1964 gab es im Ort 101 Fernseher, 16 Autos und 94 Motorräder und Mopeds.

 

Der Durchschnittsverdienst eines jeden ist gut. Die Preise sind seit Jahren sehr stabil.

Genussmittel sind noch etwas teuer. Als Währung haben wir die "Mark der Deutschen Notenbank", abgekürzt MDN, die seit dem 1. August 1964 im Kurs ist. Es werden Münzen aus einer Leichtmetall-Legierung geprägt. Weiterhin gibt es Papiergeld mit eingearbeitetem Wasserzeichen. 1 Mark sind 10 Groschen oder 100 Pfennig. Münzen sind 2 Mark, 1 Mark, 50 Pfennig, 10 Pfennig, 5 Pfennig und 1 Pfennig. Papiergeld gibt es 100 M, 50 M, 20 M, 10 M und 5 M-Scheine.

 

Nach 1945 erfolgt eine Trennung zwischen Kirche und Staat. Beide Glieder leben friedlich nebeneinander. Bei der Ausarbeitung dieser Aufzeichnungen haben wir gut zusammengewirkt.

 


Brüder, auf, die Welt befreien!

Kometen winken, die Stund ist groß.

Alle Gewebe der Tyranneien

Haut entzwei und reißt euch los!

Hinan - Vorwärts - Hinan!

Und das Werk, es werde getan!

 

                                                        Goethe

 

Mit diesen Worten des Dichters Goethe grüßen wir die Generationen, die nach uns leben werden. Möge diese Schrift Erinnerung und zugleich Verantwortung sein im Kampf um ein geeintes und friedliches Deutschland.

 

Aschara, den 12. Mai 1965

 

Erwin Wollenhaupt

Schulleiter

 

 

Einlage in den Turmknopf zur Renovierung im Jahre 2002 von Herrn Rühl

 

Es war wieder soweit. Am 06.September 2002 wurde der Turmknopf abgenommen. Wind und Wetter haben dem Kirchturm seit dem Jahre 1965 sehr zugesetzt. Bisher wurden nur kleinere Reparaturen an der Kirche und dem Turm ausgeführt. Mehrfach wurden von der Stadtverwaltung Bad Langensalza, in die wir 1994 eingemeindet wurden, bei der Denkmalschutzbehörde des Landes Thüringen Gelder für die Reparaturen des Kirchturms beantragt. In diesem Jahr gibt es ein Förderprogramm wodurch es möglich wird den Turm, der nach wie vor der weltlichen bzw. politischen Gemeinde gehört zu reparieren. Ein Drittel der  notwendigen Mittel kommt vom Bund, ein Drittel vom Land und ein Drittel von der Stadt Bad Langensalza, deren Bürgermeister z. Zt. Herr Bernhard Schönau aus Eckardtsleben ist. Ein sich ergebender Differenzbetrag wurde von der Kirchengemeinde zur Verfügung gestellt. Nähere Informationen zur Sanierung des Kirchturmes finden Sie auf einer extra Beilage.

 

Der hölzerne Aufbau des Turmes wurde von Vogelkot und Staub befreit. Die alte Holzschalung und die Dachpappe entfernt. Die morschen Holzteile wurden ausgewechselt und die Schalung erneuert. Außerdem wurde der Turm neu geschiefert. Die Wetterfahne wurde von den Brüdern Wilfried und Norbert, deren Großvater bereits 1965 die Wetterfahne hergestellt hatte, erneuert. Anschließend wurde sie und der Turmknopf vergoldet. Zur Ausführung dieser Arbeiten wurden der Kirchturm bis an die Spitze eingerüstet. Im nächsten Jahr sollen noch notwendige Putzarbeiten durchgeführt werden.

 

Im Turmknopf befand sich eine Kupferhülse mit alten Urkunden, Einwohnerverzeichnissen und Münzen. Da diese Hülse nicht mehr ausreicht um auch die neuen Beigaben aufzunehmen, werden zwei Neue angefertigt. Die Einlagen aus den Jahren 1751, 1832, 1896 und 1965 werden im Original beigefügt.

Am Freitag, dem 22.November 2002 wird der Turmknopf nebst Wetterfahne aufgesetzt. Zu diesem Ereignis wird in der Kirche eine Andacht gehalten. Dazu wird auch die regionale Presse eingeladen. Anschließend gibt es für die Handwerker und anwesende Einwohner Ascharas einen Imbiss und Getränke.

 

Jetzt möchte ich Ihnen in einer Kurzform die geschichtlichen Ereignisse seit dem Jahr 1965 darstellen.

1964 gab es im Dorf 101 Fernsehgeräte ( in schwarz/weiß), 16 Autos, 94 Motorräder und Mopeds. Die Haupterwerbsquelle ist die genossenschaftliche Landwirtschaft. Ein Teil der Bürger arbeitet in den Industriegebieten der umliegenden Städte.

Die Umgestaltung der Landwirtschaft vom einzelbäuerlichen Betrieb zur genossenschaftlichen Bewirtschaftung der Flächen wurde fortgesetzt.

Mitte der 60er Jahre begann eine neue Entwicklung in der sozialistischen Landwirtschaft. Im damaligen Kreis  Bad Langensalza wurden so genannte Kooperationsbereiche gebildet u. a. auch der Kooperationsbereich (KOB) "Süd". Wie schon der Name ausdrückt, erfolgt die Bildung der KOB nach territorialen Grundsätzen. Im Südteil des Kreises waren im Kooperationsbereich der LPG die Gemeinden Aschara, Burgtonna, Eckardtsleben, Grumbach, Henningsleben, Illeben und Wiegleben ansässig.

 

Die kooperativen Verbindungen waren zu dieser Zeit sehr locker und wurden erst durch den gemeinsamen Ankauf von 5 Mähdreschern E 512, im Jahre 1968, auf eine konkrete Stufe gestellt.

 

Wie wir heute wissen, war dies nur der Anfang einer sehr engen kooperativen Zusammenarbeit. In den folgenden Jahren kam es zur Bildung einer kooperativen Abteilung Pflanzenproduktion (1969) im Bereich der LPG Grumbach, Henningsleben und Wiegleben. Im Jahr1974 wurde eine KAP im Bereich der LPG Aschara, Burgtonna, Eckardtsleben und Illeben gebildet. Die beiden KAP vereinigten sich am 01.Januar 1975 zur KAP "Süd" Eckardtsleben, welche mit 5067 ha landwirtschaftlicher Nutzfläche nunmehr das gesamte Territorium des Kooperationsbereiches "Süd" bewirtschaftete. Mit Wirkung vom 01.Januar 1982 wurde nach  Beschluss der Vollversammlung der LPG Aschara und Henningsleben aus der KAP die LPG Pflanzenproduktion Aschara gebildet.

Hauptaufgabe der LPG Pflanzenproduktion war die stabile Futterversorgung der beiden Tierproduktionen. Die LPG (T) Aschara hat sich auf die Fleischproduktion und die LPG Henningsleben auf die Milchproduktion spezialisiert.

In der LPG Tierproduktion wurden 1985 1.920 Kühe und Färsen, 3.200 Mastrinder, 12.000 Mastschweine und 2.300 Hammel gehalten.

Eine Bauabteilung errichtete Produktions- und Gesellschaftsbauten für die drei LPG. Alle sozialen Einrichtungen wurden von den drei Partnerbetrieben gemeinsam genutzt und weiterentwickelt.

 

Die Anzahl der in der Landwirtschaft Beschäftigten nahm mit dem Wohlstand der Genossenschaft zu. Es wurde der Genossenschaft möglich, die einzelnen Gemeinden bei ihren Bauvorhaben und bei kulturellen Ereignissen zu unterstützen. Die Genossenschaft entwickelte sich bis 1985 zu einem fast industriellen Unternehmen. Durch die Anwerbung von Fachpersonal und eine gezielte Ausbildung wurden wirtschaftliche Teilbereiche geschaffen die fast alle Gewerke enthielten. So zum Beispiel den Bereich Landwirtschaft, den Bereich Tierproduktion, eine Transportabteilung, Bauabteilung, Elektroinstallation, Gas- Wasser- und Heizungsinstallation, eine eigene Planungsabteilung, eine Computerabteilung, eine eigene Gärtnerei sowie einen Bereich der sich um die firmeneigenen Ferieneinrichtungen und die Betriebsküche kümmerte.

 

So ausgerüstet ging der Betrieb nach der politischen Wende im Jahre 1990 in das neue System über. Die LPG wurde in eine GmbH & Co. KG umgewandelt und konnte so weiter arbeiten und einen großen Teil der Arbeitsplätze erhalten. Unrentable Betriebsteile wurden abgestoßen und andere ausgebaut, so das sie heute unter dem Namen ADIB Agrar-, Dienstleistungs-, Industrie- und Baugesellschaft mbH weiter existieren. Die ADIB GmbH ist gegenwärtig einer der größten Arbeitgeber im Bereich der Stadt Bad Langensalza.

 

Die Produktionsstätten am Ortsausgang nach Wiegleben, wo vor 1985 noch 12.000 Mastschwein gehalten wurden, schlossen nach der Wiedervereinigung, da Fleisch aus dem Ausland zu Zeit billiger war. Die auf dem Gelände befindlichen Immobilien wurden verkauft bzw. vermietet. Auf dem Gelände bildete sich 1990 der Gewerbepark Aschara, in dem sich viele Firmen ansiedelten.
Seit 1995 findet hier jährlich im September ein Gewerbefest statt. Dieses wird von den im Südbereich ansässigen Firmen, unter Federführung der Arbeitsgemeinschaft „Werner, Leopold und andere“ als Dankeschönveranstaltung für die Kunden der Gewerbetreibenden organisiert und durchgeführt. Dabei stellen sich ca. 60 Unternehmen aus der Region mit Ihrem Leistungsprofil vor. Ohne Eintritt erleben jährlich ca. 5.000 Gäste eine Gewerbeausstellung mit kulturellen Höhepunkten und zahlreichen Aktivitäten für die Kinder. Eröffnet wird diese Ausstellung durch den Bürgermeister der Stadt Bad Langensalza, Herrn Bernhard Schönau und den Landrat des Unstrut-Hainich-Kreises, Herrn Harald Zanker.

Im Dorf gab es bis zur Wiedervereinigung einen hauptamtlichen Bürgermeister, 7 Gemeinderatsmitglieder und eine 23 Personen zählende Gemeindevertretung. Bürgermeister und Gemeinderat wurden durch Kommunalwahlen gewählt. Die Wahlvorschläge zur Gemeindevertretung wurden nach einem Personalschlüssel aufgestellt, so dass alle Massenorganisationen und Parteien vertreten waren. Aus deren Reihen wurden die 7 Gemeinderatsmitglieder gewählt.
Es gab die Freie Deutsche Jugend (FDJ), die Volkssolidarität, den Demokratischen Frauenbund Deutschlands (DFD) und den Dorfclub als Massenorganisationen. Später gründeten sich ein Herren- und ein Schützenverein. Des weiteren gab es in Aschara eine freiwillige Feuerwehr. Sie alle gestalteten das sozialistische Leben im Dorf mit. So wurde auch der Bau der Wasserleitung, des Konsums, von Wohnungen und dem Freizeitzentrum Wiese von den Einwohnern und Organisationen unterstützt. Die älteren Bürger wurden von den Frauen des DFD und der Volkssolidarität betreut. Leider ist dies in der heutigen Zeit nicht mehr so.
Als Parteien gab es die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED), die Demokratische Bauernpartei Deutschlands (DBD), die Christlich Demokratische Union (CDU) und die Liberal Demokratische Partei Deutschlands (LDPD) als Blockparteien.

In den 70er Jahren schlossen sich die Dörfer des Kooperationsbereiches Aschara zu einer Verwaltungsgemeinschaft zusammen. In dieser Form der Zusammenarbeit gingen sie auch 1990, nach der friedlichen Wende, in die Bundesrepublik über.

Die so genannte Wende begann in den 80er Jahren, als es in unseren Nachbarländern, wie z. B. der damaligen Sowjetunion unter Gorbatschow, demokratische Reformen stattfanden. So durften Bürger Polens, Ungarns und der CSSR schon lange vor unseren Bürgern in das westliche Ausland reisen. Die große Unzufriedenheit löste bei uns eine Protest- und Ausreisewelle aus. In den Kirchen fanden Friedensgebete statt. In deren Folge kam es erst in den großen, dann auch in den kleineren Städten zu friedlichen Demonstrationen. Auch in der Bad Langensalzaer Berg- sowie der Marktkirche fanden Friedensgebete mit anschließenden Demos statt. An diesen nahmen auch Bürger von Aschara teil. Auch hier war, wie bei allen friedlichen Demos der Ruf „Wir sind das Volk“ zu hören.

1989 besetzten DDR-Bürger die Botschaften der BRD in Ostberlin, Budapest, Prag und Warschau mit dem Ziel, ihre Ausreise zu erzwingen. So kam es zur Öffnung der Staatsgrenze zwischen Ungarn und Österreich. Es begann eine Massenflucht von DDR-Bürgern, welche über die CSSR nach Ungarn und von Ungarn in die westlichen Länder flohen.
Im Herbst 1989 fand eine Welle von Großdemonstrationen in Leipzig und Berlin statt. Diese führten dazu, dass ein Teil der Staatsführung zurücktrat. Am 09.11.1989 wurden die Grenzen geöffnet.
Um den Besucherstrom von Ost nach West bewältigen zu können, wurden teilweise provisorische Grenzübergänge gebaut. Anfangs bekam jeder, der in die BRD wollte, noch einen Stempel in den Personalausweis.

Am 03.10.1990 traten die neu gebildeten Bundesländer der BRD bei. Infolge der Währungsunion wurde unser Geld im Verhältnis 2:1 in DM umgetauscht. Eine weitere Währungsumstellung erlebten wir im Jahr 2002 mit der Einführung des Euro. Für einen Euro wurden 1,95583 Deutsche Mark (DM) eingetauscht.

Zur Privatisierung der Staatswirtschaft der Ex-DDR wurde eine Treuhandgesellschaft gegründet. Diese befasste sich mit den Ansprüchen von Alteigentümern und mit dem Verkauf von Betrieben und Immobilien. Auf diesem Weg erhielten auch ehemalige Bürger Ascharas, welche nach 1945 in die Bundesrepublik ausgewandert waren, ihre Häuser und das Land zurück.

Unter Führung der DDR war es nur Wenigen gestattet, private Betriebe bzw. Handwerksbetriebe zu führen. Jetzt hatte jeder die Möglichkeit, sich selbständig zu machen. Dies führte 1990 zu einer Welle von Firmengründungen, überwiegend auf handwerklichem Gebiet, in unserem Ort. Auch aus den alten Bundesländern ließen sich Firmen hier nieder. Dabei handelte es sich hauptsächlich um Handelsniederlassungen zur Versorgung des Handwerks. Am Anfang wurde viel gebaut und modernisiert. Dies garantierte den Firmen genügend Arbeit. Bedingt durch das Fehlen eines großen Teiles des produzierenden Gewerbes, nahmen nach 1990 die finanziellen Mittel ab. Die daraus entstehende Flaute führte in der folge zur Schließung vieler Firmen. Die freigewordenen Arbeitnehmer finden auf dem hiesigen Arbeitsmarkt kaum eine freie Stelle und wandern in die alten Bundesländer ab.

Im kommunalen Bereich veränderten sich die gewachsenen Strukturen auf Grund der Gebietsreform. Nachdem sich die Dörfer Wiegleben, Illeben, Eckardtsleben, Henningsleben und Grumbach der Stadt Bad Langensalza angeschlossen hatten, ging Aschara mit Burgtonna und Gräfentonna im Jahr 1992 eine Verwaltungsgemeinschaft ein. Im Jahr 1994 wurde zwischen den damaligen Gemeindevertretern und der Stadtverwaltung Bad Langensalza ein Vertrag zur Gebietsänderung geschlossen und die Gemeinde Aschara wurde ein Ortsteil der Stadt Bad Langensalza. Der abgeschlossene Vertrag sollte alle weiteren Schritte der Entwicklung lenken und die Integration in die Stadt Bad Langensalza garantieren. Als Alternative bei der Gebietsänderung war der Anschluss an eine Verwaltungsgemeinschaft des Landkreises Gotha möglich. Diese Variante wurde aber vom überwiegenden Teil der Gemeindevertreter abgelehnt, da hierbei gewachsene Strukturen auf kulturellem und sportlichen Gebieten zwischen den Orten der ehemaligen Kooperation zerstört gewesen wären.

Seit der Eingemeindung in die Stadt Bad Langensalza gibt es einen ehrenamtlichen Bürgermeister und einen Ortsbeirat. In diesem sind gegenwärtig der Ortsbürgermeister Herr Rühl, sowie die Mitglieder Sven Dengler als Stellvertreter, Anja Krause, Anke Winterberg und Volkmar Winter tätig. Ortsbürgermeister und Ortsbeirat haben gegenüber der Stadt nur eine beratende Funktion und kein Stimmrecht. Das fehlende Mitspracherecht hat zur Folge, dass die Interessen des Ortes nicht immer genügend berücksichtigt werden.

Seit 1999 gibt es den Ascharaer Dorfverein „Am Weißbach e. V.“. Seine Mitglieder koordinieren die gesellschaftlichen und kulturellen Ereignisse im Ort und helfen bei der Organisation. Auf diese Art versuchen wir die Kirmesgesellschaft, Feuerwehr, Gewerbeverein, Heimatchor, Jugendclub, Kindergarten und Schule unter einen Hut zu bringen.

Die Gemeindeverwaltung ist 1982 aus den Räumen in der Brückenstraße in das modernisierte Gebäude Hauptstraße 26 umgezogen. Nach der Wende wurden die Räume in der Hauptstraße 26 genutzt. Jetzt ist das Gemeindebüro in der alten Schule, Bahnhofstraße 4, untergebracht. Hier hält eine Angestellte der Stadtverwaltung zur Zeit montags von 08:00 Uhr bis 12:00 Uhr und von 16:00 Uhr bis 18:00 Uhr, sowie donnerstags in der Zeit von 14:00 Uhr bis 16:00 Uhr Sprechstunden ab. Der ehrenamtliche Ortsbürgermeister ist immer montags von 16:00 Uhr bis 18:00 Uhr zu erreichen. Auf diese Weise können den Bürgern Wege in die Stadt abgenommen werden.
In diesem Objekt Bahnhofstraße 4 sind auch die Bibliothek und ein Klubraum untergebracht. In diesem Klubraum fanden bis zum Umbau der alten Molkerei zum Jugendclub durch die THEPRA auch die Rentnernachmittage statt. Diese monatlich durchgeführten Veranstaltungen organisieren die Betreuer des Jungendclubs. Die alljährliche Seniorenweihnachtsfeier findet seit dem Jahr 2002 wieder im Bürgerhaus „Zur Wiese“ statt.

Die freiwillige Feuerwehr ist zwischenzeitlich ebenfalls aus der Brückenstraße in das ehemalige Jugendheim neben der alten Schule eingezogen. Das Gebäude wurde ausgebaut und bietet Platz für ein Löschfahrzeug und ein Schlauchfahrzeug. Beide Fahrzeuge sind Geschenke aus Haiger, der Partnerstadt von Bad Langensalza. Der Barkas B1000, unser altes Einsatzfahrzeug aus DDR-Zeiten dient als Transportmittel für die Jugendfeuerwehr, welche es seit 1998 gibt.

Das von der LPG 1976 gebaute Sozialgebäude wurde 1998 mit einem Saal für 800 Personen erweitert. In der Folge wird eine Sauna, ein Hallenbad sowie eine Gaststätte mit Tagungsraum eingebaut. 1991 wurde das Gebäude an die Stadt Bad Langensalza verkauft. Es wurde vorgesehen, dort ein Alten- und Pflegeheim einzurichten. Die weitreichende wirtschaftliche Bedeutung für den Ort Aschara stand dabei im Vordergrund. Am 04.06.1992 wurde der Grundstein durch den Ministerpräsidenten des Landes Thüringen, Herrn Bernhard Vogel, gelegt. Leider kam diese Verwendungsmöglichkeit aus politischen Gründen nicht zum Tragen. Stattdessen wurden am dem 15.09.1993, gegen den Willen der Bevölkerung, Umsiedler russischer Herkunft und jüdische Kontingentflüchtlinge, entsprechend bestehender Verträge nach dem zweiten Weltkrieg, hier untergebracht.
Auf Grund einer immer geringer werdenden Zuwanderung der o. g. Bevölkerungsgruppen war das Heim nicht mehr voll ausgelastet. Mitte Februar 2002 werden die letzten Umsiedler verlegt. Ab dem 15.02.2002 dient das Objekt mit einer zeitlichen Befristung bis zum 30.06.2003 der Unterbringung von Asylbewerbern. Ein großer Teil von Ihnen wurde aus der Kreisstadt Mühlhausen nach Aschara verlegt.

 

Die Umbelegung erregte bei den Einwohnern von Aschara viel Unmut und auch Angst da die Bevölkerungsproportionen nicht mehr stimmen. Den ca. 490 gemeldeten Einwohnern stand eine Kapazität von 620 Plätzen in der Gemeinschaftsunterkunft gegenüber. Bei einer vorgeschrieben 80 %igen Auslastung bedeutet dies, es wohnen ständig ca. 496 Asylbewerber in Aschara.

 

1982 begann der Bau einer neuen Schule am südlichen Rand von Aschara, am Ende der zu diesem Zweck verlängerten Brückenstraße. Bis zu diesem Zeitpunkt wurden die Kinder der Klassen 1 bis 3 in Aschara, die Klassen 4 bis 5 in Eckardtsleben, die Klassen 6, 7, Und 8 in Illeben und die Klassen 9 bis 10 in Bad Langensalza unterrichtet.

 

Am 30.04.1982 wurde die neue Schule als Polytechnische Oberschule "Friedrich Engels" eingeweiht. Ein kostenloser Schülerverkehr brachte die Schüler aus Burgtonna, Illeben, Eckardtsleben, Wiegleben und Grumbach nach Aschara.

Die Turnhalle wird im Jahr 1983 ihrer Bestimmung übergeben.

Nach der Wende wurde die Schule eine Regelschule. Die Grundschüler wurden nach Gräfentonna verlegt. Mit der Gebietsreform im Jahr kamen die Orte Gräfentonna und Burgtonna zum Landkreis Gotha. Dies bedeutete, dass auch das Schulsystem geändert wurde. Die Schüler der Klassen 1 bis 4 kamen wieder nach Aschara zurück und unsere Schule wurde eine Grund- und Regelschule. Auch die Kinder der Asylbewerber haben hier ein Schulrecht. Das Gymnasium ist jetzt in Bad Langensalza. Dies ist bis heute noch so.

 

Der alte Kindergarten wurde 1991 weggerissen und neu aufgebaut. Bis zum heutigen Tag konnte er, in Trägerschaft der THEPRA, erhalten werden. Er steht den Kindern der umliegenden Dörfer ebenso zur Verfügung wie den Ascharaern und den Asylbewerbern.

 

Das am 31.12.1988 eingeweihte Freizeitzentrum "Zur Wiese" wurde von der städtischen Wohnungsbaugesellschaft verwaltet und hatte verschiede Pächter. Ein Diskothekenbetreiber hinterließ das Gebäude 1999 in einem desolaten und für den Dorf nicht mehr nutzbaren Zustand.

Mit finanzieller Unterstützung der Stadtverwaltung Bad Langensalza wurde das Objekt, überwiegend in ehrenamtlicher Tätigkeit der Einwohner, zu Bürgerhaus umgebaut. Seit Oktober 2001 ist es wieder möglich, die Dorffeste und Kirmesveranstaltungen darin zu feiern.

 

Gegenwärtig wird an einer Ortchronik gearbeitet. Das dazu notwendige Material wurde vom Dorfverein, in erster Linie durch Anni Götzl, zusammengetragen. Die Chronik soll wichtige kulturhistorische Ereignisse dokumentieren und für folgende Generationen festhalten.

 

Heute ist der 22. November 2002. Die Sanierungsarbeiten am Kirchturm sind abgeschlossen.

Der Turmknopf und die Wetterfahne kommen an ihren Angestammten Platz zurück.



Für die Zukunft wünsche ich der Gemeinde und mir

Ein bisschen mehr Frieden und weniger Streit,
ein bisschen mehr Güte und weniger Neid,
ein bisschen mehr Wahrheit immerdar und viel mehr Hilfe bei Gefahr.

Ein bisschen mehr „Wir“ und weniger „Ich“,
ein bisschen mehr Kraft und nicht so zimperlich,
und viel mehr Blumen während des Lebens,
denn auf den Gräbern sind sie vergebens.


Hans-Martin Rühl
Ortsbürgermeister

 

Einlage in den Turmknopf 2002 - kirchliche Nachrichten - von Pfarrer Spantig

 

Der Turmknopf wurde auf Grund von Bauarbeiten am 6. September abgenommen. Die Eisennägel, mit denen die Schieferplatten 1965 aus Materialmangel befestigt wurden, waren verrostet. Einige Schieferplatten hatten sich bereits gelöst und Regenwasser konnte eindringen. Durch das Bemühen des Ortsbürgermeister Herrn Hans- Martin Rühl und den zuständigen Angestellten der Stadt Bad Langensalza wurde die Reparatur in diesem Jahr möglich.

Seit 1965 wurden am Kirchgebäude folgende Arbeiten durchgeführt: Neueindeckung des Kirchendaches in den 70-iger Jahren mit Betondachsteinen. Außenputz des Kirchenschiffes Anfang der 90iger Jahre, Rekonstruktion des Blasebalges der Orgel durch eine Firma aus Waltershausen 1998, Erneuerung der Holzpodeste im Kirchenschiff und Einbau einer Elektroheizung im Jahr 2001. Die Unterhaltung des Kirchengebäudes und des ehem. Pfarrhauses überfordern die kleine Kirchgemeinde, zu der gegenwärtig 146 Mitglieder gehören.

Im November 1966 verließ Pfarrer Brehmer die Pfarrstelle. Ab dem 7. Dezember 1969 übernahm Vikar/Pfarrer Haan das Pfarramt Illeben, zu dem auch Aschara und Eckardtsleben gehörten. Als Organisten und Katechetin war Frau Anni Götzl tätig. Später wurde Frau Haan als Katechetin angestellt.

Seit der Wiedervereinigung Deutschlands gibt es in den Schulen wieder Religionsunterricht. Die Bedeutung der Christenlehre nahm seit dieser Zeit ab und wurde in kleinen Orten, wie z.B. Aschara, ganz eingestellt.

Im Dezember 1997 ging Pfarrer Johannes Haan in den Ruhestand. Seit Februar 1998 gehört die Kirchgemeinde Aschara zum Kirchspiel des Pfarramtes Bufleben mit den Orten Aschara, Bufleben, Eckardtsleben: Herr Karl- Heinz Winterberg, Herr Klaus- Dieter Götzl, Frau Edith Oberländer und als Kirchrechnungsführer Herr Hans- Georg Wolf. Der Konfirmandenunterricht Kl. 7-8 findet im Verbund mit den anderen Orten des Kirchspiels statt. Den Organistendienst versieht Frau Anni Götzl schon viele Jahrzehnte hindurch. Die Gottesdienste finden im 2- Wochen- Rhythmus statt, im Sommer in der Kirche und im Winter im Pfarrhaus.

Heute, am 22. November 2002 sind die Bauarbeiten abgeschlossen und der Knopf und die Wetterfahne werden aufgesetzt.

Losung für Freitag, den 22. November 2002

Das sei ferne von uns, dass wir uns auflehnen gegen den Herrn und uns heute ihm abwenden.

Josua 22,29

Kersten Spantig, Pfarrer

 

 

Informationen über unsere Kur- und Rosenstadt Bad Langensalza

Die Stadt Bad Langensalza mit ihren 12 Ortsteilen

Aschara Eckardtsleben
Großwelsbach Grumbach
Henningsleben Illeben
Merxleben Nägelstedt
Thamsbrück Waldstedt
Wiegleben Zimmern

gehört zum Unstrut-Hainich-Kreis. Kreisstadt ist Mühlhausen.

Derzeit wohnen 20.191 Einwohner in Bad Langensalza (Stand 30.09.2002).
Die Stadt hat eine Gesamtfläche von 12.310 ha.

Die Ortschaft Aschara gehört seit 1994 zur Stadt Bad Langensalza.
Aschara beheimatet derzeit 1000 Einwohner (mit den Bewohnern des Asylantenheimes) und liegt südlich von Bad Langensalza.
Aschara wurde bereits im Jahre 786 das erste Mal erwähnt. An der Hauptstraße befindet sich die Kirche St. Petri – erbaut im Jahre 1749. Die Orgel im Inneren der Kirche wurde von Heinrich Gottfried Trost erbaut. Vor der Kirche steht ein schlichtes Brunnenbecken aus Sandstein, das von einer nie versiegenden Quelle gespeist wird. Die Reste einer alten Aufschrift – vermutlich das Datum des Brunnenbaus – sind mit Mühe noch erkennbar, aber nicht mehr zu deuten.

Als Ortsbürgermeister wurde am 13. Juni 1999 Herr Hans-Martin Rühl gewählt. Er trat zur Kommunalwahl als Bewerber der CDU an.

Ebenfalls am 13. Juni 1999 wurde der Stadtrat der Stadt Bad Langensalza, bestehend aus dem Bürgermeister und 30 weiteren Mitgliedern, gewählt. Die Legislaturperiode beträgt insgesamt 5 Jahre, das heißt von 1999 bis 2004.

Die politische Zusammensetzung des Stadtrates ist wie nachfolgend aufgeführt gegliedert:

Name der Partei gesamt davon Frauen davon Männer
SPD                                 6     2     4
CDU                                7     0     7
PDS                                 5     2     3
FDP                                10     3     7
UWG                               2     0     2
Bündnis 90/Die Grünen     0     0     0



Der Stadtrat hat 5 Ausschüsse gebildet.
Dies sind Haupt- und Finanzausschuss
Rechnungsprüfungsausschuss
Ausschuss für Kultur, Sport und Tourismus
Bau- und Sanierungsausschuss

Der Vorsitzende des Stadtrates ist Herr Rainer Buschendorf. Eine Auflistung aller Mitglieder des Stadtrates ist als Anlage beiliegend.
Der zum zweiten Mal von den Bürgern direkt gewählte Bürgermeister, Herr Bernhard Schönau (FDP), ist für weitere 6 Jahre im Amt. Die Wahl fand im Jahr 2000 statt.

Dem Bürgermeister untersteht die Leitung der gesamten Verwaltung. Außerdem ist er Dezernent für das Hauptamt, die Kämmerei, das Bauamt, das Amt für Liegenschaften sowie das Rechnungsprüfungsamt, das Amt für öffentliche Sicherheit und Ordnung und das Gartenbauamt.

Vertreten wird der Bürgermeister bei Abwesenheit durch die Beigeordnete Frau Marlies Karl. Sie ist neben der Vertretung des Bürgermeisters als Dezernentin verantwortlich für das Amt Kultur, Sport und Tourismus.
Im 12. Jahr nach der Wiedervereinigung liegt der Schwerpunkt der Tätigkeit auf der Entwicklung unserer Stadt als Kurstadt und auf der Förderung der Stadt als Wirtschaftsstandort.

Nachdem 1996 neben dem bewährten Schwefelwasser bei Tiefenbohrungen auf dem Gelände des Freibades in 160 Meter Tiefe Heil-(Mineral)-Wasser und in 860 Meter Tiefe Thermalsole zutage gefördert wurde, ist der weitere Ausbau des Kur- und Bäderwesens auf der Grundlage von 3 Heilwässern ein bedeutendes Standbein für unsere Region.
Im Jahre 1999 wurde ein Thermalbad, die Friederikentherme, auf dem Gelände des ehemaligen Freibades eröffnet. Im gleichen Jahr konnte erstmals ein Rosengarten und ein Rosenmuseum besichtigt werden. Hier wird die Tradition der Rosenzucht in Bad Langensalza weiter gepflegt.
Im Jahr 2002 wurde Bad Langensalza mit dem Titel „Rosenstadt“ geehrt. In diesem Jahr eröffnete ebenfalls auf dem Gelände des ehemaligen Freibades ein botanischer Garten seine Pforten.

Von Seiten des Bürgermeisters und des Stadtrates wird alles erdenklich Mögliche getan, um der hohen Arbeitslosigkeit, die derzeit in unserer Stadt in im ganzen Land vorherrscht, entgegenzuwirken. Dazu gehört neben den Struktur bestimmenden Aufgaben, wie der Aufbau des Kur- und Bäderwesens, die Ansiedlung von Unternehmen in den neu geschaffenen Gewerbegebieten.

Es ist nur ein kurzer Abriss über die derzeitige Situation und die Aufgaben, die den Stadtrat und die Verwaltung derzeit bewegen.

Wir hoffen und wünschen, dass die Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt auch in Zukunft sicher und gut hier wohnen.

Bad Langensalza, im November 2002

Bernhard Schönau
Bürgermeister
 

zuletzt aktualisiert am:12.11.2010