1.Die Ascharaer Wies´n: ©Anni Götzl

2. Lied vom Bürgerhaus:©Anni Götzl

3. Lied von Aschara: ©Anni Götzl

 

Die Ascharaer Wies´n: ©Anni Götzl

Aus dem Leserbriefkasten des "Heimatboten"

Ja, auch wir Ascharaer haben eine Wies´n zum Feiern, nicht nur die Bayern. - Eigentlich ist unsere Wiese gar keine Wiese, sondern ein kleines Wäldchen , auf gut Ascharaisch sagt man zu solchen Größenordnungen von Baumbeständen "Helzchen" (Hölzchen). Wir haben allerhand solche Hölzchen, nämlich im Rode das "Pfarrhelzchen" und "Wolfen sin Helchen" (das Hölzchen der Familie Wolf), an der Gothaer Chaussee "de Tann", "de Pappeln" und Stocken sn Helzchen"; dann ist da noch "de Erl". In Richtung Burgtonna findet man "Junkern sin Helzchen" und "Kästnern sin Helzchen". Direkt am Bach die "Wannereck´n". (Die Wanderecke) und am Bach am Dorfrand "de Vogeleck´n" (die Vogelecke), "Weinbergholz" und "Leistenholz" wurden vor 30 Jahren bzw. 10 Jahren angepflanzt. Und wir haben dann noch unsere "Wies´n". Die war vor 300 Jahren tatsächlich noch Gemeindewiese. Ein Viehhirte - von der Gemeinde Aschara eingestellt - hütete die Kühe, Schweine und Ziegen der Bauern. Die armen Tiere mussten schließlich einmal heraus aus ihren engen dunklen niedrigen Ställen um das Ungeziefer loszuwerden. Sie tummelten sich auf der großen Grünfläche unter einzelnen Eichen, Eschen und Linden, die für die Mittagsruhe guten Schatten spendeten. In der größten Hitze schliefen die Tiere und manchmal schlief auch der Hirte, aber sein Schlaf hatte Folgen: Einige Tiere waren schnell wieder aufgestanden und gingen unbemerkt auf Entdeckungsreise. Zuerst ging´s ans Wasser, als der Durst gelöscht war, wurde ausgiebig im Schlamm gebadet. Die Schweine sahen aus "als wären sie aus Lehm gemacht" und so liefen sie über die Wäsche, die auf den kleinen Berg bei der Wiese im nassen Gras zum Bleichen ausgelegt war. Die Dorfweiber hatten große Mühe auf dem "Bleichhög" ihre Wäsche aus Schweinerüsseln und von Kuhhörnern zu befreien; der arme Viehhirte, er hatte nichts zu lachen, die Dorfschönen waren nicht zimperlich, wenn es um ihre Wäsche ging! 

Ab 1830 gab es in Aschara einen richtigen Bau-Boom: Neue Ställe für Kühe und Schweine waren die Renner und weil es nur "Schönere Tierbehausungen" gab, mussten die Tiere daheim bleiben, die Wiese verkaufte man und sie wurde nach und nach ein grüner Hag.

Am Nordweststrand war eine kleine "Hohle" für kaputte Eimer oder unbrauchbar gewordene Haushaltsgeräte bis ca. 1950 als Deponie eingerichtet. (Der Müll wurde aber nur dort abgelegt, nicht im ganzen Wiesenholz herumgeschmissen, wie das heute der Fall ist!)

1960 hatte ein Besitzer die Wiese -Karl Hassert - die Idee in der Wiese einen Spotplatz herzurichten. Herr Hassert war ein kluger Mann, verstand einiges vom Bau und hatte viel Erfahrung auf dem Gebiet der Erdbewegung gesammelt.

Auf seinem Hof war die Scheune mit zwei Etagen in den Berg getrieben, Hunderte Pferdewagen voll Ton hatte der Mann mit seinen Leuten abgeschachtet und weggefahren, um seine Scheune als Hoch- und Tiefkomplex errichten zu können. Respektvoll nannten ihn die Ascharaer deshalb Karl Ton (Karel Don). Seine Beine waren wie ein "Ix", gekrümmt sein Kreuz (Kriz), das Laufen ging nur an zwei Stöcken, die Akten schnallt er auf den Rücken. So ging er schlürfend und stockstampfend durch die Gänge zu den Behörden. Die kannten den Mann auch als Karl Ton, standen "bei Fuß" in Respekt und Räson: Bäume wurden gefällt, ein schöner Sportplatz geschaffen, rundum sorgten aber noch Bäume für den nötigen Schatten.

Herrliche Feste gab es dann in der Wiese. In der südwestlichen Ecke stand eine Baracke, da haben die Frauen "schockweise" (1 Schock=60 Stück) Waffeln gebacken, Schlagsahne darauf, das hat geschmeckt, die Kinderchen haben sich´s Bärtchen geleckt.

Später war eine Scheune im Dorf übrig, sie wurde abgerissen und von dem Material hier ein Gasthaus errichtet.

Das "Gasthaus zur Wiese", 1988 eröffnet, hatte mehrere Gastwirte. Zuletzt staunten wir nicht schlecht, als im Saal ein ganzes "Hüttenkombinat" untergebracht war: Da waren die Dachziegel unter dem Hausdach, die Nachttöpfe nicht unterm Bett oder Schrank, die hingen munter an der Wand. Die Fenster waren zugebaut, Licht und Wärme galt es wie einst in Schilda mit großen Säcken und Schaufeln hereinzuholen. Das Schlimmste jedoch waren im Halbdunkel die vielen Treppchen im Saal. "Su e Gewerch, me konnt sich alle Knochen gebrech". Dann aber war das Gasthaus "Heute geschlossen". - Fremde Gäste sagen: "Das war doch schon letzte Woche!"

"Heute geschlossen" war auch noch später, man wusste nicht mehr wann ist denn heute und gestern, ist das zu Ostern oder Silvester?

Der Spuck ist aber nun vorbei, heute ist das Wies´n-Haus wieder offen, die Fenste sind frei. Ein "Dankeschön-Fest" richtet man aus hier in der wiese, im Bürgerhaus.

Dazu ist Anni Götzl ein kleines Liedchen eingefallen:

 

Lied vom Bürgerhaus: ©Anni Götzl

 

1. In der Wiese war ein Gasthaus, fest verschlossen, tief in Ruh´,

Kirmestanz in großen Zelten, oft war´s kalt, die Tür nicht zu,

Wir woll´n das ganz schnell verändern laut verspricht der Dorfverein,

Handwerker und Feuerwehrstimmen freudig ein.

Im grünen Hag, am Bleichenhög, da steht ein festes Haus,

hier trifft sich wieder Jung und Alt zu Sport, Gesang und Tanz.

Gemütliches Beisammensein, ob Hochzeit, Kirmes, Karneval,

kommt feiert mit, wir singen vergnügt im schönen Saal!

Das Bürgerhaus von Aschara das steht im Weißbachtal.

 

2. Ein Gepoche und Getöse, Steine raus, es staubt gar sehr,

viel Gerümpel zum Container, das kann nur die Feuerwehr.

"Kaffee marsch"! Auch guten Kuchen bringen Frauen schnell herein,

frische Luft nun durch die Fenster und den Sonnenschein!.

Im grünen Hag, am Bleichenhög, da steht ein festes Haus,

hier trifft sich wieder Jung und Alt zu Sport, Gesang und Tanz.

Gemütliches Beisammensein, ob Hochzeit, Kirmes, Karneval,

kommt feiert mit, wir singen vergnügt im schönen Saal!

Das Bürgerhaus von Aschara das steht im Weißbachtal.

 

3. Alles hört auf Firma Winter, Rühl´s ziehn Strippen für das Licht,

Krause Service und Heinz Werner, alle nennen geht hier nicht.

Loben woll´n wir unsre Jugend, sie ist fleißig, das ist fein,

drum, ihr Leute sagt heut Dank: Strömt zum Fest herein!

Im grünen Hag, am Bleichenhög, da steht ein festes Haus,

hier trifft sich wieder Jung und Alt zu Sport, Gesang und Tanz.

Gemütliches Beisammensein, ob Hochzeit, Kirmes, Karneval,

kommt feiert mit, wir singen vergnügt im schönen Saal!

Das Bürgerhaus von Aschara das steht im Weißbachtal.

 

 

 

Anlässlich der Kirmes 2001 gab es folgendes Lied der Ascharaer zu hören: 

Lied von Aschara: ©Anni Götzl

1. Aschara, mein Dörfchen Aschara

du bist so alt wie´s keiner zählt.

Aschara, mein Dörfchen Aschara,

wer hat den Namen nur gewählt?

Du schaust auf Höhn, wo hohe Buchen stehn

und wo im Frühling viel hundert Blumen blühn,

dich grüßen Berge vom schönen Thüringer Wald,

im Norden stehen Harth und der Hainichwald.

Aschara, mein schönes Aschara

lädst uns zum Wandern ein.

 

 

2. Aschara, mein Dörfchen Aschara

du bist so alt wie´s keiner zählt.

Aschara, mein Dörfchen Aschara,

wer hat den Namen nur gewählt?

Die alten Tore, die sind schon längst nicht mehr,

Mühlen und Höfe, die standen um dich her.

Wo Mönche schufen Brunnen und Gärten fein,

da laden Plätze zur Rast den Wanderer ein.

Aschara, mein schönes Aschara,

du Heimatdörfchen mein,

Aschara, mein schönes Aschara,

lädst uns zum Rasten ein.

 

 

3. Aschara, mein Dörfchen Aschara

du bist so alt wie´s keiner zählt.

Aschara, mein Dörfchen Aschara,

wer hat den Namen nur gewählt?

Es grüßt der Kirchturm die Häuser groß und klein,

die Menschen feiern gern, laden sich Gäste ein.

Artisten stehen auf Seil und Stahltürmen hoch,

der letzte Teich im Ort, der trägt die Boote noch.

Aschara, mein schönes Aschara,

du Heimatdörfchen mein,

Aschara, mein schönes Aschara,

lädst uns zum Singen ein.

 

 

  letzte Aktualisierung am: Monday, 14. March 2011