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Kirmes in Aschara

Die Kirmesgesellschaft von Aschara

Mitglieder sind:

Marco Winter; Sebastian Pielgrzymovski; Frank Dornheim; Tobias Dornheim; Matthias Haun; Doreen Huse; Stephanie Pennewiß; Nadine Allmendinger; Madlen Allmendinger; Jennifer Ellenberg; Stefanie Fischer;  Gesine Seidel; Stefan Seidel; Christian Hellmann und der Doktor als Fahnenträger (Frank Duwing)

 

Wir feiern Feste

Kirmes - ein Dorffest im Wandel der Zeit von Anni Götzl

 

Unsere Kirche, so wie sie steht, wurde im Juli 1750 geweiht, das war das erste Kirchweihfest.

Allerdings hatte man im Sommer in unseren Dörfern mit Erntearbeiten zu tun, so wurde schon bald die Feierlichkeit zum Andenken an die Kirchweihe auf den November verlegt.

Um 1900 bis zum I. Weltkrieg 1914 und dann auch ab 1920 bis zu Beginn des II. Weltkrieges war die "Kirmse" ein Fest, zu dem in Hof, Stallungen und Häusern jede Ecke geputzt wurde.

Alle Arbeiten, die man im Sommer und Herbst wegen der Feldarbeiten nicht bewältigen konnte, wurden bis zur Kirmse nachgeholt.

Das Weiß der Gardinen an den Fenstern leuchtete, Festkleider und feine Anzüge wurde genäht, zur Kirmes wollten alle Einwohner fein sein und auch so ein bisschen wie die "feinen Leute feiern", drei Tage lang.

Gäste kamen um mit zu tanzen, Haus und Hof wurde ihnen präsentiert und so manche Verlobung gefeiert oder zumindest versuchten die Bauern ihre Sprösslinge mit den "Schönen und Reichen" anderer Orte bekannt zu machen.

Sonntagfrüh war Gottesdienst, am ersten und zweiten Kirmestag großer Ball, wo die Mädchen in langen Kleidern bewundert werden wollten. An den Tagen tanzte die Jugend und die Gäste.

Ständchen gab es im Dorf vor jedem Haus.

Der dritte Tag war den "Einheimischen verheirateten Paaren" vorbehalten, der Besuch war wieder weg es gab Platz im Saal, die Bauern tanzten mit ihren Ehefrauen "Walzer links herum und rechts herum", so wurde es mir als Kind erzählt.

Auch nach 1945 gab es wieder Kirmse drei Tage lang.

Jedoch wurden viele Männer vermisst, die vor dem Krieg den Saal füllten, sie waren gefallen oder noch in Kriegsgefangenschaft, aber die Jugend tanzte, sie lechzte nach Frohsinn und Musik, weil doch so viele Jahre wegen des Krieges nichts an Veranstaltungen gewesen war.

Köchinnen sorgten für feines Essen, Hunger gab es damals noch genug.

Das Kirchweihfest - eine Gelegenheit wieder geputzte Stuben, feine Gardinen und neue Kleider zu präsentieren.

Viel Arbeit steckte jede einzelne Familie in die Vorbereitung und Durchführung des Festes.

So manche Bauersfrau, die im Saal als Zuschauerin saß und die Kleider der Mädchen begutachten wollte - man schaute auch danach wer mit wem mehr als zweimal tanzte - sie schlief vor Erschöpfung trotz lauter Musik ein, die Vorbereitung des Festes, die so manche Nachtstunde gedauert hatte, forderte ihren Tribut.

Ja, wie ist es doch heute praktisch.

Freitag wird 19:00 Uhr eine Andacht in der Kirche gehalten, danach gibt es ein Salut-Schießen bei der Kirche, die Kirmesgesellschaft gedenkt der Gefallenen zweier Weltkriege, man bläst das Lied vom guten Kameraden, dann geht's mit Musik ins Bürgerhaus zum Tanz.

Samstag früh wird mit Musik geweckt, die Dörfler bekommen ihr Ständchen, nachmittags ist Kindertanz zu Disko-Musik, abends Tanz mit der Kapelle.

Am Sonntag beginnt 10:00 Uhr der Frühschoppen, Ende ca. 17:00 Uhr. Jedoch sind den ganzen Tag über zum Teil vier Generationen versammelt.

Blasmusik lockt die alten zum kommen, man braucht nicht zu kochen, Mittagessen wird im Saal serviert, die Kirmesgesellschaft beschäftigt sich in rührender Weise mit den Kleinen.

Es ist sehenswert, wie die Vorschulkinder über den Saal flitzen und ihre Los-Gewinne bei den netten Kirmesburschen abholen.

Die feine Kleiderordnung ist ganz zur Nebensache degradiert.

Die Dorfgemeinschaft feiert gemeinsam, es wird sehr viel und auch nicht schlecht gesungen.

Man staunt darüber, dass doch die Jugend unsere Stimmungslieder kennt und mitsingt.

Diese Kommunikation zwischen den Generationen gefällt mir persönlich am besten am Frühschoppen anlässlich der Kirmse.

Niemand muss Schlaf nachholen, alle sind hellwach.

Eine Begebenheit will ich noch erzählen.

Es war zur Kirmse 2001, mein Mann und ich wollten nach Hause.

Schnell rief man uns zurück - was hatte die Kirmesgesellschaft nur vor?

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Jetzt kams: Marco Winter rief durchs Mikrofon: "Anni, komm doch mal nach vorn." "Das heißt doch Tante Anni" schallte es von Mutter Gertraude belehrend aus dem Saal.

Da hatten die Musiker des Gaudi-Express das Lied von Aschara arrangiert, der Text war bereits im Saal verteilt, Marco gab mir das Mikro und meinte "halt das mal" und schon spielte die Kapelle, was wollte ich machen, ich musste mitsingen und der Saal hallte wider vom Gesang der Massen.

Eine Flasche Sekt hatte ich in der einen Hand, das Mikrofon in der anderen, es muss ein komisches Bild gewesen sein.

Aber ein schönes Erlebnis war es doch, einen so großen Chor erleben zu können und ein wenig zum Gelingen des Frühschoppens beigetragen zuhaben.

Die Freude, die man anderen bringt, kommt vielfach zurück!

Macht weiter so, liebe Kirmesmädchen und -burschen!              Anni Götzl

 

 

Sonstiges über die Kirmes

Zuerst mal ein paar Bilder aus den "Guten Alten Zeiten", leider kann ich mich dazu nicht weiter äußern da zu der Zeit wohl noch keiner an mich gedacht hat -:)). Die Bilder können wie alle hier per Klick vergrößert werden.

Kirmes in Aschara vom 2.-4.11.1919Kirmes 1955

Ach damals wurde die Kirmes schon vor dem Gasthaus "Zum Anker" angeblasen.

Hier hab ich noch ein paar Bilder von der Kirmes 2000 gefunden welche noch im Festzelt stattgefunden hat.

   Kirmes20002.jpg (54757 Byte) Kirmes20003.jpg (55189 Byte) Kirmes20005.jpg (55290 Byte) Kirmes20001.jpg (57902 Byte) Kirmes20004.jpg (50784 Byte)

auf ein Bild klicken um es in groß zusehen!

Für weiteres Material welches mir zur Veröffentlichung auf dieser Homepage zur Verfügung gestellt wird bin ich dankbar.

zuletzt aktualisiert am: 23.03.2011